2025 war im internationalen Rennsport wahrlich das Jahr der Wallache. Das weltbeste Rennpferd des Jahres ist Calandagan, er triumphierte auf höchstem Level im Grand Prix de Saint-Cloud, in den King George VI & Queen Elizabeth Diamond Stakes sowie zum krönenden Abschluss der Saison noch im Japan Cup.
Der aus der Zucht des Gestüts Schlenderhan stammende Adlerflug-Sohn Goliath feierte seinen zweiten Gruppe I-Erfolg im Grossen Preis von Baden. Der aus einer Areion-Mutter gezogene Ethical Diamond siegte auf höchster Ebene im Breeders’ Cup Turf, Lazzat sicherte sich die Diamond Jubilee Stakes, Half Yours gewann den Melbourne Cup, Never So Brave die City of York Stakes und Candelari den Prix Vicomtese Vigier.
Der aus einer Monsun-Stute stammende Trawlerman kam achtjährig im Ascot Gold Cup und Long Distance Cup zu seinen ersten Gruppe I-Erfolgen, während der 2025 hierzulande im Deutschen St. Leger erfolgreiche Caballo de Mar danach im Prix du Cadran seinen ersten Gruppe I-Sieg einfuhr. Nicht ungenannt bleiben darf natürlich der mehrfache Gruppe I-Sieger und Globetrotter Rebel’s Romance, der im Vorjahr zum zweiten Mal in seiner Karriere den Grossen Preis von Berlin für sich entscheiden konnte. Wie Rebel’s Romance bereits seit mehreren Jahren in den Gruppe I-Rennen erfolgreich dabei sind der weitere Globetrotter Romanctic Warrior und der Hong Kong Star Ka Ying Rising, während als weiterer auch international profilierter Wallach und Gruppe I-Sieger der aus Brümmerhofer Zucht stammende Areion-Sohn Calif genannt sei.
Wallache dürfen jedoch in Europa nicht in Zuchtrennen und auch nicht im Prix de l’Arc de Triomphe starten. Aufgrund der gehäuften Top-Erfolge von Wallachen gerade im Rennjahr 2025 ist nun die Diskussion entbrannt, ob diese Rennen auch für sie geöffnet werden sollten, wobei es da natürlich Befürworter und Gegner gibt.
Schauen wir einmal in die USA, wo auch das Kentucky Derby für Wallache geöffnet ist, die allerdings nur sehr selten genannt werden. Einige der berühmtesten Wallache in den USA besitzen bis heute Kultstatus und lockten die Menschen in Scharen auf die Bahn. Dazu gehören der in 25 Grupperennen von 1700 bis 2400 Meter nicht zu schlagende John Henry, der lange Jahre das gewinnreichste Pferd der Welt war. Forego gewann 24 Grupperennen von 1600 bis 3200 Meter, und der legendäre Kelso kehrte insgesamt 39 mal als Sieger zur Waage zurück, darunter allein fünfmal im Jockey Club Gold Cup.
In den anderen Reitsportarten wie Dressur und Springen sowie der Military sind mehr Wallache als Hengste im Einsatz, das gleiche gilt übrigens auch für den National Hunt Sport. Wallache bleiben aufgrund ihres Status länger im Einsatz, das Publikum kann sich mit ihnen identifizieren. Im National Hunt Sport erlangten solchen Größen wie beispielsweise der mehrfache Grand National-Sieger Red Rum oder der Schimmel Desert Orchid regelrechten Kultstatus. Meiner Meinung nach sollten die züchterisch führenden Klassiker wie das Derby, die Oaks und die beiden Meilen-Klassiker den Hengsten vorbehalten bleiben, aber ein Rennen wie der Prix de l’Arc de Triomphe als großer Vergleich der Nationen zum Ende der europäischen Rennsaison könnte sicherlich auch für Wallache geöffnet werden.