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Der unverzichtbare Wert der Züchterprämien für die deutsche Zucht

Bezugnehmend auf zwei Leserbriefe zum Thema Züchter und Züchterprämien in den letzten Ausgaben der Sport Welt an dieser Stelle einmal ein paar Gedanken.

Der Vollblutrennsport und die Zucht waren ursprünglich den Königen und dem Adel vorbehalten, es hieß ja auch der „Sport der Könige“. Diese gründeten ihre eigenen Gestüte und züchteten für den eigenen Rennstall. Traditionelle Zuchtstätten wie besonders Graditz, Schlenderhan, Röttgen, Erlengrund, Ebbesloh, Ravensberg, Rösler, Römerhof und Zoppenbroich prägten die Entwicklung der Vollblutzucht und damit den Rennsport in Deutschland.

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich das Bild. Neben den traditionellen Gestüten gab es nun vermehrt einzelne, reiche Leute, die sich der Vollblutzucht verschrieben und auch maßgeblich Einfluss nahmen wie allen voran Walther J. Jacobs mit seinem Gestüt Fährhof, der in vielerlei Hinsicht die Vollblutzucht und die Aufzucht revolutionierte.

Weitere „kleine“ Züchter aus dem Hoch- und Geldadel begannen zu züchten. Mit dem im Rhein-Sieg-Kreis bei Eitorf gelegenen Union-Gestüt entstand das erste Pensionsgestüt für Vollblutzüchter ohne eigene Scholle, erinnert sei hier besonders an Delia Fürstin zu Oettingen-Wallerstein.

Das Gestüt Römerhof hatte bereits in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die ersten Jährlingsauktionen abgehalten. Die Jährlingsauktionen in Baden-Baden während der „Großen Woche“ nahmen immer mehr Form an, die ersten Top-Pferde, die hier verkauft wurden waren in den sechziger Jahren der klassische Sieger und spätere Champion-Vererber Dschingis Khan sowie der erstklassige Blauer Reiter.

Immer mehr Leute aus dem „Volk“ entdeckten nun den Rennsport für sich, begannen mit einem und dann mehreren Rennpferden, um später zum Teil auch zu züchten. Daraus entstanden wieder neue Zuchtstätten wie allen voran Ammerland, Auenquelle, Brümmerhof, Etzean, Idee, Ittlingen, Karlshof, Westerberg, Wittekindshof, deren Zuchtpolitik teilweise ganz auf den Markt ausgerichtet ist.

Die Vollblutzucht ist ein teures Unterfangen, und die Schaffung der Züchterprämien ist mit Sicherheit ein wichtiger Faktor für die Ausdehnung und aktuell überhaupt den generellen Erhalt der Zucht. Und ohne die Züchter mit ihrem Mut, ihrer Passion und ihrem Engagement gäbe es auch die grandiosen internationalen Erfolge der deutschen Zucht nicht, die im quantitativen Verhältnis zu den anderen großen Rennsportländern gesehen einfach fantastisch sind.

Für einige wenige große Zuchtstätten und einzelne besonders erfolgreiche „kleine“ Züchter mag es vielleicht möglich sein auf die Züchterprämien zu verzichten, aber bei einem Wegfall dieses Bonus und in Betracht der generellen Lage im deutschen Rennsport wäre eine Streichung dieses Prämiensystems eine absolute Katastrophe. Aber es bleibt natürlich Züchtern und Gestüten, die es sich leisten können und wollen, unbenommen, einen Teil der gewonnenen Züchterprämien wieder in den Rennsport zurück zu führen – das wäre dann eine ganz große Geste für den Rennsport.

 

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