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Die Macht der Gene, oder Blut ist der Saft, der Rennpferde schafft

Das erfolgreiche Rennpferd – wie kommt es zustande? Dabei spielen bekanntlich viele Faktoren eine Rolle. Zum einen die Genetik und Abstammung, zum anderen die Aufzuchtbedingungen, die Umwelteinflüsse, später die Trainingsbedingungen, Gesundheit, der Charakter, das Nervenkostüm, etc. bis zum nötigen Quäntchen Glück. Konzentrieren wir uns in diesem Artikel einmal auf das am Anfang wesentliche – nämlich die Auswahl der Zuchtpartner.

Wonach sucht der Züchter den Hengst für seine Stute aus? Da gibt es viele Theorien. Sie reichen von „Verpaare das Beste mit dem Besten und hoffe auf das Beste“ bis hin zu „in der Zucht ist alles möglich“. Wir haben es beim Vollblut mir einer künstlich geschaffenen Rasse zu tun, die speziell für den Renneinsatz gezüchtet wurde. Alle heute offiziell und regulär eingetragenen Vollblutpferde auf der Welt lassen sichlückenlos auf die Anfänge im General Stud Book zurückführen.

Der genetische Pool bei einer künstlich geschaffenen Rasse ist begrenzt, zumal bei den Vollblütern allein bei der Hengstlinie Darley Arabian und seinen männlichen Nachfahren, insbesondere der bereits viel zitierte Cyllene auf beiden Seiten eines Pedigrees, absolut dominant sind. Wir kennen die Anzahl der Chromosomen und ihre Bedeutung, bei jeder Verpaarung tragen der Hengst und die Stute jeweils 50% bei. Sehr wichtig auch noch die Tatsache, dass bei jeder Verpaarung auch der gleichen Elterntiere die Chromosomen stets neu „gemischt“ auftauchen, sprich die Nachkommen sind alle unterschiedlich.

So sollte man doch denken, dass die Verpaarung eines Champions mit einer Championstute auch ein ebenbürtiges Produkt ergibt. Das kann klappen, aber auch nicht. Genauso kann es umgekehrt passieren, dass die Verpaarung zweier nach Rennleistung und Pedigree schwächeren Pferde ein Spitzenpferd ergibt, einen so genannten „Freak“. Rein statistisch gesehen ist die erstgenannte Variante aber wesentlich erfolgversprechender als die zweite.

In der Vollblutzucht haben sich bestimmte Hengstlinien und Stutenfamilien als besonders erfolgreich erwiesen, sprich die Anzahl der Black type-Pferde aus diesen Linien ist prozentual gesehen höher als aus anderen. Ebenso sind bestimmte Verbindungen erfolgreicher als andere. Hierbei zeigt sich oft, dass die Ausgangstiere selbst über große Fähigkeiten und eine entsprechende Abstammung verfügen. So ist z.B. die Verbindung von Northern Dancer und seiner männlichen Nachfahren mit Stuten von Hengsten der Mr. Prospector-Linie sehr erfolgreich. Beide Hengste haben sich als absolute Spitzen-Vererber erwiesen, auch bezüglich ihrer Söhne und Töchter, sodass dann hier zwei starke und dominante Hengstlinien verbunden werden.

Aktuell sind es die Linien der Ausnahme-Vererber Galileo und Danehill, die bestens miteinander harmonieren, als Söhne von Sadler‘s Wells bzw. Danzig sind sie selbst beide Nachkommen der besten Northern Dancer-Hengste in der Zucht. In Deutschland mit seiner verhältnismäßig kleinen Vollblutpopulation war ein ähnliches Phänomen bezüglich Königsstuhl mit Töchtern von Surumu zu beobachten mit dem Ausnahmehengst Monsun als prominentestes Beispiel. Interessanterweise war die umgekehrte Version nie so erfolgreich.

Rechte Geschwister sind nicht immer gleich, im Gegenteil, sie können sogar sehr bis extrem unterschiedlich sein. Bei z.B. fünf Produkten aus der gleichen Verbindung kann es als mögliche Variante einen Gruppe I-Sieger und vier Sieglose geben. Haben ein Hengst und eine Stute ein sehr gutes Produkt gebracht, so macht es durchaus Sinn, diese Verbindung selbst oder in ähnlicher Form mehrmals zu wiederholen. Es gibt durchaus mehrere erfolgreiche Vollgeschwister, in Deutschland sind dabei z.B. die von Monsun aus der Sacarina stammenden klassischen Gruppe I-Sieger Samum, Schiaparelli und Salve Regina zu nennen. Ebenso kann man blutsmäßig ähnliche Verbindungen anstreben.

Rein statistisch gesehen ist die Chance Spitzenpferde aus Spitzenpferden zu züchten natürlich am größten, denn Qualität zahlt sich aus. Hengste, die gute Rennpferde waren und Vertreter einer erfolgreichen Hengstlinie sind sowie im Idealfall einer Mutterlinie entstammen, die bereits erfolgreiche Deckhengste hervorgebracht hat, haben einen besonders hohen Stellenwert, noch mehr wenn sie zudem selbst erprobt sind.

Stuten mit eigener Rennleistung und als Angehörige einer starken Mutterlinie sind gleichfalls besonders erstrebenswert, ebenfalls umso mehr, wenn sie bereits gute Nachkommen gebracht haben. Es gibt natürlich immer Ausnahmefälle, z.B. Verletzungen oder andere Umstände, welche die Auswahl beeinflussen und mit Sicherheit berechtigt sind. Eine Stute aus einer guten Mutterlinie ist Gold wert, es liegt in der Hand des Züchters diese Stute entsprechend zu verpaaren, um die Mutterlinie weiter erfolgreich zu kultivieren, ihren Standard zu erhalten und möglichst noch zu verbessern – streben nach Verbesserung und noch mehr Leistung bei der Auswahl der Gene und so den Zufall möglichst günstig zu beeinflussen.

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